Freitag, 23. September 2016

Rezension: Benjamin Spang „Blut gegen Blut“



Vampire, Werwölfe und Steampunk – neee; oder doch? Ehrlich gesagt hatte mir Benjamin Spangs Engagement auf Twitter den Anstoß gegeben, seinen Debüt-Roman zu lesen, da ich eigentlich nicht der Vampir-Werwolf-Leser bin. Aber der Autor kommt sympathisch rüber, macht intelligente und unaufdringliche Werbung – ich war neugierig. Und enttäuscht wurde ich nicht – eher überrascht. „Blut gegen Blut“ von Benjamin Spang ist ein spannender, amüsanter, emotionaler Roman, der mich überzeugt hat.

Schmerz und Blut


Seit Opas Tod leben Katrina Reichenlicht und ihre Mutter in einem der Walldörfer vor der Stadt Hofstein. Sie waren vor sechs Jahren aus Hellmark dorthin gezogen, um die Oma auf ihrem Bauernhof zu unterstützen. Doch statt trauter Familienglückseligkeit entwickelten sich die Dinge völlig anders. Katrinas Vater verschwand eines Tages, ihre Oma verstarb und ihre Mutter ertränkte ihren Schmerz im Alkohol. Katrina muss nun für den Lebensunterhalt der beiden Frauen sorgen. Sie repariert Zeppeline, was ihr zum Glück jede Menge Spaß macht. Die Probleme in ihrer Familie kann Katrina allerdings kaum ertragen. Sie ritzt sich die Haut auf, spürt den Schmerz, sieht das Blut – nur das kann sie manchmal beruhigen.


Doppelmond, Vampire und Werwölfe


Die familiäre Situation klang anfangs eher nach einer ganz normalen Gegenwartsgeschichte, doch Benjamin Spangs Roman ist Fantasy mit einer ordentlichen Prise Steampunk. Hofstein und Hellmark befinden sich in einer eigenen Welt. Hier scheint nicht die Sonne, sondern zwei Monde spenden Licht. Es gibt Vampire und Werwölfe, die zwar in eigenen Gebieten leben, aber den Menschen oder sich gegenseitig auf den Pelz rücken. Als Katrina ihre Mutter heimlich verlässt, nehmen die Dinge ihren Lauf. Sie lernt die Doppelmond-Agentin Helena kennen und wird plötzlich in den Kampf zwischen Menschen, Werwölfen und Vampiren hineingezogen.

Action, Spannung und Emotionen im richtigen Maß


„Blut gegen Blut“ entpuppte sich als spannende Geschichte in einer gut durchdachten Fantasy-Welt. Anfangs brauchte ich ein wenig, um in die Story einzusteigen. Die sehr realitätsnahen Familienprobleme katapultierten mich immer wieder aus der Fantasy-Welt, bis ich mich endlich darauf eingelassen hatte. Dann breitete sich vor mir eine wunderbare Geschichte aus, die Action, Spannung und Emotionen im richtigen Maße bot. Der Autor kreierte eine stimmige Umgebung, in die er seine Völker platzierte. Spang stellte zudem Charaktere auf, die authentisch wirken. Es gibt keine eindeutig Guten und Bösen, das macht die Ereignisse nachvollziehbar und die Figuren glaubwürdig.

Der Schluss? Ein Knaller!


Benjamin Spangs Schreibstil liest sich angenehm. Seine bildhaften Beschreibungen passen sich gut in die Handlung ein. Schritt für Schritt entwickelt der Autor einen Spannungsbogen, der sich langsam steigert und bis zum Ende durchhält. Der Schluss ist ein Knaller, eine echte Überraschung und lies mich mit offenem Mund zurück. Es bleiben Fragen offen und neue werden aufgeworfen. Ich hoffe doch, dass es irgendwann eine Fortsetzung geben wird.

Fazit


„Blut gegen Blut“ ist eine spannende und unterhaltsame Lektüre, gut durchdacht und gut geschrieben. Benjamin Spang hat eine wunderbare Geschichte entwickelt, die auch Vampir-Werwolf-Muffel begeistern kann.

Benjamin Spang
"Blut gegen Blut"
kindle edition ASIN: B01B1WSYYO

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