Dienstag, 17. Mai 2016

Rezension: Jenna Kosig "Totenfreund"

Das letzte Opfer des Serienkillers war die hochschwangere Frau von Kriminalpolizist David Westers. Dann erschoss sein Freund und Kollege den Täter. Jahre später scheint allerdings der Killer von damals von den Toten auferstanden zu sein – oder mordet jemand nach dessen Schema?

„Totenfreund“ heißt Jenna Kosigs Debütroman, ein Thriller, der sich mit dem Thema Serienmord beschäftigt. David Westers ist leitender Ermittler und selbst Betroffener. Seine hochschwangere Frau konnte nicht mehr gerettet werden, fiel einem Serientäter zum Opfer. Doch das ungeborene Kind konnte gerettet werden. Seitdem plagen den alleinerziehenden Polizisten schwere Albträume. Dennoch versucht er, mit der Vergangenheit klar zu kommen und in der Gegenwart Beruf und Privatleben unter einen Hut zu kriegen. Eine neue Mordserie reißt alte Wunden wieder auf, denn perfider Weise gleichen die neuen Taten dem Muster des damaligen Killers. Doch der ist tot, auf der Flucht von Davids Kollegen und Freund Philip Bennett erschossen. Merkwürdig an der neuen Mordserie ist allerdings nicht nur der Käfer – eingerippter Totenfreund –, der bei jedem Opfer auftaucht, sondern auch die Ahnung, dass alles irgendetwas mit David zu tun hat.

Der Plot der Geschichte ist gut durchdacht und klar strukturiert. Autorin Jenna Kosig hat eine angenehme Art zu erzählen. Sie baut recht bald einen kleinen Spannungsbogen auf, der bis zum Ende wächst und durchhält. Die Figuren versucht sie klar zu zeichnen, allerdings wirken einzelne ein wenig unvollendet. Vor allem die Charaktere Philip und Hannah haben nach meinem Geschmack zu wenig Raum bekommen, ihre Persönlichkeiten zu entfalten.

Der Fokus des Romans liegt eindeutig auf Ermittler David Westers. Es dreht sich irgendwie alles um ihn. Jenna Kosig begibt sich immer wieder tief hinein in die traurige Vergangenheit des Polizisten. Sie beobachtet ihren Protagonisten dabei, wie er mit dieser zurecht kommt, jetzt, da er so hart mit den Ereignissen von damals konfrontiert wird. Jetzt, wo alte Wunde aufbrechen, von denen David glaubte, sie wären verheilt. Und an diesen Studien lässt die Autorin ihre Leser teilhaben, eingebettet in eine fast verzweifelte Suche nach einem Serienkiller, der im Lauf der Geschichte immer offensichtlicher ein makaberes Spiel mit Westers treibt.

Insgesamt ist das Buch zwar nicht herausragend, aber durchaus lesenswert. Es besitzt eine Grundspannung, die etwa ab der Hälfte des Buches richtig Fahrt aufnimmt und den Leser fesselt. Das Erzähltempo ist passend und die überraschende Wendung am Ende sehr gelungen. Ein wirklich guter Debütroman.

Jenna Kosig
„Totenfreund“
Amazon Kindle-Edition
ASIN: B019D64610



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