Sonntag, 1. November 2015

Der etwas andere Fragebogen von booknerds.de - Teil 2


Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil des Fragebogens von booknerds.de:  

Runde 2 – Gemischte Fragen an Blogger, Redakteure und mehr (medium+ und hardcore)


Stell Dir vor, man böte Dir an, Deinen Blog oder zumindest Deine Internetadresse für einen ordentlichen Batzen Geld zu verkaufen. Was würdest Du tun?


Schwierige Frage. Auf der einen Seite kann man Geld immer gebrauchen, auf der anderen Seite betreibe ich meinen Blog gern und würde ihn ungern hergeben.

Geld verdienen mit Deinem Blog – wie weit würdest Du gehen?


Ich halte meinen Blog möglichst werbefrei, Geld verdienen ist im Moment nicht das Thema. Wenn ich aber irgendwann auf die Idee käme, würde ich mich erst einmal in Ruhe schlau machen, was geht und was man seinen Lesern zumuten kann. Wenn zu viel Werbung beispielsweise die Leser verscheucht, bringt das letztendlich auch kein Geld in die Kasse.

Flattr wäre eine nette Idee, wenn man bei diesem System auch die Zahlungsweise frei wählen kann und z. B. nicht Paypal oder ähnliches nutzen muss. Crowdfunding, Spenden … Möglichkeiten gibt es sicher viele und wie gesagt, ich würde mich erst gut informieren und die Grenzen möglichst gewinnbringend für beide Seiten abstecken.

Hast Du schon mal heimlich ein Buch gelesen/einen Film gesehen/eine Serie geschaut, obwohl Du eigentlich sagtest: „Den Mist? Never ever!“?


Nein.

Liest Du Dich selber gern?


Ab und zu lese ich tatsächlich in meinen Gedichtbänden. Ich erinnere mich dann an die Situationen, in denen ich das eine oder andere Gedicht geschrieben habe, vergleiche sie mit der jetzigen Situation. Oder ich lese sie einfach nur so.

Man lobt Dich für einen Deiner Beiträge oder gar für Dein ganzes Blog total in den Himmel. Wie gehst Du mit diesem Lob um?


Ich freue mich darüber und bedanke mich.

Man attestiert Dir aufgrund einer Kritik keine Ahnung. Wie reagierst Du auf so etwas?


Das würde ich wahrscheinlich aus der Situation heraus entscheiden. Wenn man mir begründet, warum ich keine Ahnung habe, würde ich ggf. darauf antworten und konstruktiv mit der Person diskutieren. Wenn das einfach nur „herausgebrüllt“ wird, ignoriere ich das. Don't feed the trolls.

Man wirft Dir als Blogger/Journalist vor, Du übtest Deine Arbeit nur aus, um so möglichst viele Rezensionsexemplare abzugreifen. Wie begegnest Du diesem Vorwurf?


Selbst wenn jemand nur aus diesem Grund Rezensionen schreibt – wen interessiert das schon? Ich rezensiere vorwiegend gekaufte Bücher. In meinen Bücherstapeln (print und digital) befinden sich nur wenige Rezensionsexemplare. Ich rezensiere, weil ich gern lese und darüber schreiben möchte, wie ich das Buch fand. Und wenn ich darüber schreibe, möchte ich das mit anderen teilen. Deshalb blogge ich. Mit Verlagen arbeite ich übrigens nicht zusammen, weil ich frei entscheiden möchte, was ich lese, wann ich es lese und wann ich meine Rezension schreibe.


Ein Autor oder Verlag verlangt von Dir, Deine Rezension abzuändern oder gar zu löschen. Wie wirst Du handeln? Oder ist Dir das gar passiert? Falls ja: Wie hast Du gehandelt?


Mir ist das in unterschiedlicher Form zweimal passiert. Einmal negativ, einmal positiv.

Das positive Erlebnis: Eine mir bekannte Autorin bat mich, ein paar kleine, wenige Passagen abzuändern, weil diese zu viel von der Geschichte spoilerten. Mir war das gar nicht aufgefallen, doch nachdem ich mir meine Rezi noch einmal durchgelesen hatte, war ich derselben Meinung. Ich habe die Rezi überarbeitet.

Das negative Erlebnis war eigentlich keine Rezension, sondern die Kritik einer Lesung. Mir hatte das Ambiente des Lesungsortes nicht gefallen und die Autorin war auch nicht so überragend. Allerdings habe ich in meinem Artikel die Autorin nicht so sehr schlecht weg kommen lassen, sondern mehr das Drumherum bemängelt. Leider fand diese Autorin meinen Artikel absolut blöd und fühlte sich schlecht dargestellt. Sie verlangte, den Artikel zu löschen und alle Google-Verweise (was ich ja gar nicht kann). Ich habe den Artikel aus dem Netz genommen, weil ich wegen einer so kleinen und unbedeutenden Lesung/Autorin keine Diskussion wollte.

Wie ich heute damit umgehen würde – ist sicher wieder situationsabhängig. Wenn es berechtigt ist, ändere/lösche ich, wenn nicht, prüfe ich nochmal meine Formulierung (ob ich beleidigend bin, was ich aber nie bin) und kommentiere dies auch entsprechend. Aber bisher ist – toi, toi, toi – nichts dergleichen mehr vorgekommen.

Der Autor/Verlag droht mit einer Klage, wenn Du die Rezension nicht abänderst/löschst. Und nun?


Gemeine Frage, aber wichtige Frage. Ich versuche, mich von einer Klage zunächst nicht einschüchtern zu lassen. Dann würde ich dies rechtlich klären lassen, ob so eine Klage gegen meine Rezension Bestand hätte. Wenn nicht: dagegen wehren. Generell finde ich es schlimm, dass man sich so eine Frage überhaupt stellen muss. Rezensionen sind freie Meinungsäußerungen. Beanstanden kann man, wenn Inhalte falsch dargestellt werden, also über etwas geschrieben wird, was nicht im Buch steht, oder Charaktere verwechselt werden. Eine Negativkritik sehe ich aber nicht als Klagegrund. Damit muss man halt leben, dass es auch Menschen gibt, denen das Buch nicht gefallen hat.


Hast Du bei Rezensionen schon mal geschummelt (beispielsweise das Buch nicht zu Ende gelesen und trotzdem eine vollständige Rezension geschrieben)?


Nein. Wenn ich ein Buch nicht zu Ende gelesen habe, schreibe ich keine Rezi. Manchmal schreibe ich einen kurzen Post, warum ich das Buch abgebrochen hab. Oft lasse ich das aber auch, weil ich dann schon gar nicht mehr daran denke.

Sind Zugriffszahlen/Like-Zahlen und Followerzahlen wichtig für Dich? Wie wirken sie sich hinsichtlich Motivation aus?


Sehr wichtig nicht, dennoch schaue ich schon nach, wie viele Leute mir auf Twitter folgen oder wie viele Zugriffe einzelne Posts auf meinem Blog hatten. Diese Zahlen wirken sich aber nicht auf meine Motivation aus. Ich schreibe, wann ich Zeit und Lust habe. Für mich ist der Blog Hobby und wie viele dort mitlesen oder kommentieren, ist nicht ausschlaggebend für mich, ob ich weiter mache oder nicht.


Liest Du auf dem Klo?


Nein. Hab ich nie, werde ich nie. 



update:

Der Fragebogen besteht aus insgesamt 5 Teilen - hier könnt ihr weiter lesen:

Teil 1
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Um Spam zu vermeiden, werden sämtliche Posts nicht sofort sichtbar, sondern erst von mir freigegeben.