Samstag, 9. Mai 2015

Schatzkiste: Christian Morgenstern „Hundert Gedichte“

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Auf dem Gymnasium bin ich das erste Mal mit Christian Morgenstern in Berührung gekommen. Wie das geschah, weiß ich leider nicht mehr. Ich kann mich zumindest daran erinnern, einige seiner Gedichte im Gesangsunterricht rezitiert zu haben, um meine Aussprache zu verbessern. Auswendig gelernt habe ich dafür zum Beispiel dieses Werk:

Die Luft

Die Luft war einst dem Sterben nah.

‚Hilf mir, mein himmlischer Papa‘,
so rief sie mit sehr trübem Blick,
‚ich werde dumm, ich werde dick;

du weißt ja sonst für alles Rat –

schick mich auf Reisen, in ein Bad,
auch saure Milch wird gern empfohlen; –
wenn nicht – laß ich den Teufel holen!‘

Der Herr, sich scheuend vor Blamage,

erfand für sie die – Tonmassage.

Es blieb nicht das einzige Gedicht Morgensterns. Das Buch „Hundert Gedichte“ war das erste Morgenstern-Buch, das ich mir gekauft habe. Es erschien damals im Verlag Neues Leben Berlin und war die zweite Auflage von 1988.


Während des Abi entdeckte ich diesen genialen Dichter und seit dem bin ich Fan.

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