Sonntag, 30. März 2014

Rezension: Constanze Kurz, Frank Rieger "Arbeitsfrei - Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen"

„Arbeitsfrei – Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen“ - ein großartiger Titel, der Erwartungen weckt. Leider werden die Autoren Constanze Kurz und Frank Rieger den immensen Erwartungen nicht ganz gerecht, wollte man doch nicht nur lesen, was Maschinen heute alles können, wo sie uns bereits ersetzen, sondern in Ideen oder Visionen erfahren, wie es weiter gehen kann.

Das Buchcover lädt definitiv zum lesen ein. Bunt, modern, es macht neugierig. Aufgeteilt ist das Innere des Buches in zwei große Kapitel. Im ersten „Vom Bauern zum Brot“ erklären die Autoren, wie vollautomatisch heutzutage Felder bestellt und abgeerntet, Mehl gemahlen und Brote gebacken werden. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich, machen Spaß zu lesen. Sie sind ein IST-Abgleich unserer heutigen Zeit. Es beeindruckt, noch einmal in Ruhe Schwarz auf Weiß zu lesen, was Maschinen bereits leisten und wo sie den Menschen heute schon beinah restlos ersetzt haben.

Im zweiten Teil blicken Kurz und Rieger dann ein wenig in die Zukunft, indem sie über die „Automatisierung des Geistes“ nachdenken und Möglichkeiten aufzeigen, wo in Zukunft noch mehr auf die Hilfe von Maschinen und Robotern gesetzt werden könnte. Spannende Aussichten – auf jeden Fall. Doch mit Spannung wartete ich immer noch darauf, was nun mit der Ressource Mensch passiert. Maschinen, die uns ersetzen, sollen uns die Arbeit leichter machen. Doch Maschinen ersetzen uns heute bereits soweit, dass Arbeit nicht mehr für alle Menschen verfügbar ist. Was könnte der Mensch also dann machen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Eine Frage, über die selbst im Epilog nicht so tiefgründig nachgedacht wurde, wie ich mir erhofft hatte.


„Arbeitsfrei“ - der Titel weckte in mir Assoziationen, dass mir mit dem Buch Konzepte oder Visionen vorgelegt werden, wie der Mensch seinen Wert in der Gesellschaft vielleicht neu definieren könnte – nicht über Arbeit, sondern über andere Dinge. Wie kann der Mensch von Morgen seinen Lebensunterhalt erwirtschaften, wenn Maschinen seine Arbeit erledigen. Ein interessantes Thema, das leider nur oberflächlich gestreift wurde.

Bewertung: