Sonntag, 24. November 2013

Erfahrungsbericht amazon KDP – Teil 3 „Poesie, Listenpreis und W8-BEN“



Nach langen Vorbereitungen und Informationen sammeln ging es ans Eingemachte. Anmelden, und go.

Erster Schritt: Daten eingeben. Für das Buch, das man mit KDP veröffentlichen möchte, müssen eine Menge Informationen eingegeben werden. Damit das Werk in den endlosen Weiten des Amazon-Shops gefunden werden kann, bedarf es guter Suchbegriffe und einer Kategorie, in das sich das Werk einordnen lässt. Beim Stöbern auf Amazon hatte ich bereits festgestellt, dass Lyrik unter Belletristik geführt wird. Doch bei der Auswahl der Kategorie im KDP fand ich keine Lyrik. Merkwürdig. Irgendwo stieß ich dann auf die Kategorie Poesie. Ich dachte mir, so ganz poetisch klingen meine Texte nun zwar nicht, aber das wird schon passen und klickte diese an. Später im Shop sah ich, dass mein Buch unter Belletristik/Lyrik eingeordnet wurde. Verstehen muss ich das nicht. Hauptsache es ist da, wo es hingehört.

Zweiter Schritt: Nachdem ich alle Informationen erfasst, mehrmals geprüft und die Buchdatei hochgeladen hatte, musste ich mich mit den Finanzen auseinander setzen. In mehreren Foren und auch im Handbuch von Tischer las ich den Hinweis, den Buchpreis nicht an den Dollar-Kurs zu binden. Der Dollar-Kurs schwankt und der Euro-Preis meines Buches würde in Deutschland natürlich auch vom Dollar abhängen und sich dementsprechend ständig ändern. Inwiefern dies mit der deutschen Buchpreisbindung vereinbar ist, ist fraglich. Ich gab deshalb meinen Preis für amazon.de fest ein und nahm überall die Haken raus, die eine Verknüpfung mit dem Dollar-Kurs erzwungen hätten. Wichtig hier: Es muss der Nettopreis eingeben werden, damit dann später im Shop der gewünschte Verkaufspreis angezeigt wird. Gut, dass ich vorher gelesen habe, dass hier 3 % MwSt. zu berechnen sind. Dies ist der luxemburgische Steuersatz – Kindle E-Books werden nämlich über Amazon Europa verkauft und die haben ihren Firmensitz in Luxemburg.

Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich nun für jeden Shop von Amazon weltweit die Preise selbst eingeben musste. Und zwar wirklich für alle in der richtigen Währung. Ich suchte mir eine Webseite, wo ich die einzelnen Währungen berechnen konnte und trug dann fleißig Zahlen in die Felder ein. USA, GB, Indien, Japan, Brasilien, Mexiko und und und. Mein Buch ist nun weltweit verfügbar und ich habe etwas über den aktuellen Wechselkurs gelernt. Ob es aber tatsächlich in einem dieser Länder gekauft wird, wage ich zu bezweifeln.

Dritter Schritt: Nachdem ich dann auch angegeben hatte, wie ich meine Tantiemen erhalten möchte, dachte ich, ich sei fertig. Weit gefehlt. Amazon wollte von mir unbedingt noch eine amerikanische Steuererklärung. Ich sollte das Formular W8-BEN ausfüllen (was mich irgendwie an das Formular A38 aus Asterix erinnerte). In dem Formular geht es darum, nachzuweisen, dass man kein US-Bürger ist und auch sonst keine anderweitigen Geschäfte mit den USA macht. Ziel ist, so wie ich es verstanden habe, dass man damit festlegt, die Steuern für weltweite Verkäufe in Deutschland zu zahlen. Berichtigt mich bitte, wenn ich das falsch sehe.

Der Assistent lotste mich brav durch eine Flut an Fragen. Manche klangen so, als würde die gleiche Frage dreimal anders formuliert – so nach dem Motto „Sind Sie sicher, dass Sie wirklich kein US-Bürger sind? Denken Sie noch einmal in Ruhe darüber nach.“ Am Ende wurde mir das amerikanische Formular angezeigt, in dem dann meine Daten eingetragen wurden. Ich hab das ganze mindestens dreimal neu gemacht, zehnmal geprüft, bevor ich es abgesendet habe – einfach weil ich das so nicht erwartet und mein Kopf sich ein wenig verweigert hatte. Dann klickte ich doch auf den Senden-Button. Es war getan. Meine Kontodaten waren nun endlich vollständig und ich konnte das Buch abschicken. Und dann hieß es: warten.

Überraschenderweise ging es sehr schnell. Am nächsten Morgen war mein Buch im Shop. Seit dem sehe ich regelmäßig nach, was sich tut.

Fazit: KDP war für mich eine gute Entscheidung. Ich habe relativ schnell und unkompliziert ein Buch veröffentlicht.