Sonntag, 13. Oktober 2013

Rezension: Gisa Pauly „Die Tote am Watt: Ein Sylt-Krimi“



Leichte Unterhaltung, spannende Lektüre, genau der richtige Lesestoff für unterwegs. Gisa Paulys Kriminalroman „Die Tote am Watt“ ist eine gut ausgedachte Geschichte, vollgepackt mit Spannung und Humor.

Hauptkommissar Erik Wolf muss einen Mordfall lösen. Eine reiche Witwe liegt tot in ihrem Haus. Erdrosselt. Ausgerechnet jetzt kommt Wolfs italienische Schwiegermutter Mamma Carlotta zu Besuch und mischt sich gleich in die Ermittlungen ein.

Die Autorin zeichnet gleich zu Beginn ein sehr klares Bild der Familie Wolf. Der Vater lebt mit den beiden Kindern Felix und Carolin allein, nachdem seine Frau Lucia bei einem Autounfall ums Leben kam. Lucias Wurzeln liegen in Italien. Ihre Mutter Carlotta, eine typische italienische Mamma, besucht nun das erste Mal die Insel Sylt, um ihrer verstorbenen Tochter ein bisschen näher zu sein und deren Heimat kennenzulernen.

Große Wertschätzung bringt Carlotta der Arbeit ihres Schwiegersohns entgegen, dennoch ermittelt die Mamma auf eigene Faust, als sie von dem Mord erfährt. Weibliche Intuition und Feingefühl, das fehlt ihrer Meinung nach den Ermittlungen. Mit ihrer Naivität und Gutgläubigkeit schließt Carlotta schnell neue Bekanntschaften und findet jede Menge interessante Dinge heraus. Anders als ihr Schwiegersohn, der lange im Dunkeln tappt und einer falschen Fährte folgt. Doch bringt die quirlige Italienerin sich mit ihrer Neugier auch in die eine oder andere prekäre Situation.

Die Autorin arbeitet mit interessanten Personen, die sie gekonnt in die Geschichte einbindet. Bis zuletzt führt sie den Leser an der Nase herum, um erst zum Schluss die Wahrheit zu enthüllen. Sie reißt kleine Nebenschauplätze auf, die sie auf unterschiedliche Weise mit dem Mordfall verknüpft, so dass immer wieder andere Personen als Täter verdächtigt werden.

Insgesamt ist „Die Tote am Watt“ eine Geschichte, die fesselt, amüsiert und einfach Spaß macht zu lesen.