Mittwoch, 7. August 2013

Rezension: Tanja Bern "Ruf der Geister"

Covergestaltung: Oldigor Verlag
Joshua Benning ist Streetworker in Gelsenkirchen, der sich um junge, verlorene Seelen kümmert. Jugendliche, die ihren Halt in der Familie verloren haben und auf der Straße zu überleben versuchen. Doch Joshua ist nicht nur das. Seit seiner Kindheit hat er diese Gabe, Geister zu sehen und mit ihnen kommunizieren zu können. Eine Gabe, die oft eine Last ist, ihn aber zu einer wertvollen Hilfe für den Ermittler Erich Salberg macht. Er kann Dinge sehen, die andere nicht sehen und kann so oft entscheidende Hinweise zur Lösung eines Mordfalles geben. Doch als plötzlich mehrere Frauen auf merkwürdige Weise ermordet werden, hilft ihm seine Gabe nicht mehr weiter. Dennoch muss er den Mörder finden, koste es, was es wolle.


Tanja Berns neuester Roman „Ruf der Geister“ ist ein Mystery-Krimi, der seine Leser fesselt – von der ersten bis zur letzten Seite. Die Gelsenkirchener Autorin, bekannt durch die Fantasy-Reihe „Die Sídhe des Kristalls“, wagt sich mit diesem Buch auf neues Terrain. Ein Wagnis, das geglückt ist.

„Ruf der Geister“ ist eine Geschichte, die in sich stimmig ist, sich Schritt für Schritt entwickelt, um dann so Fahrt aufzunehmen, dass sie einen nicht mehr loslässt. Geschickt verbindet die Autorin die Realität mit der Mystik. Ein Protagonist, der eigentlich ein normaler Mann in einem anspruchsvollen Job in einer Stadt im Ruhrgebiet ist. Ein Protagonist der darüber hinaus eine Gabe hat, bei der man an Melinda Gordon aus „Ghost Wisperer“ denken muss. Doch Joshua ist nicht wie Melinda, sondern erlebt seine ganz eigene Geschichte.

Der Leser lernt Joshua gut kennen und irgendwie muss man den Streetworker einfach mögen, der sich so für seine Schützlinge einsetzt und unverdrossen einen Mörder sucht. Tanja Bern gibt tiefe Einblicke in die Arbeit eines Sozialarbeiters, die Höhen und Tiefen, die man in diesem Job erlebt. Und dies mit einer Leichtigkeit, dass es perfekt zur Geschichte passt.

Kapitel für Kapitel baut Tanja Bern Spannung auf. Der Leser ist mittendrin, erlebt hautnah, was Joshua in dieser turbulenten Zeit durchmacht. Nicht nur sein Job hält ihn auf Trab, vor allem die Mordfälle, bei denen er Salberg bei den Ermittlungen unterstützt, nehmen in ordentlich mit. Er tappt im Dunkeln. Ebenso wie der Leser, da die Autorin hier und da geschickt falsche Fährten auslegt, so dass die Auflösung am Ende überrascht und erleichtert zugleich.

Lebendige Figuren, bildhafte Schauplätze mitten im Ruhrgebiet und eine logisch aufgebaute Geschichte – das ist der Mystery-Krimi „Ruf der Geister“ von Tanja Bern, der einfach Spaß macht, zu lesen.

Informationen zum Buch:
„Ruf der Geister“
Tanja Bern
ISBN 978-3-943697-64-3

Informationen zur Autorin:

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