Sonntag, 21. Juli 2013

Rezension: Deon Meyer "Dreizehn Stunden"



Eine Horde junger Männer jagt zwei amerikanische Rucksacktouristinnen durch Kapstadt. Eine der Frauen wird erwischt, die andere rennt weiter um ihr Leben. „Dreizehn Stunden“ – das zweite Buch der Benny-Griessel-Reihe von Deon Meyer – ist ein packender Krimi, der einen von Anfang bis Ende nicht mehr los lässt. Das Buch erschien 2010, Stefanie Schäfer hat es ins Deutsche übersetzt.

Für Kripo-Inspekteur Bennie Griessel beginnt der Tag früh, viel zu früh. Inspekteur Vusi klingelt ihn aus dem Schlaf: „Wir haben … eine Leiche.“ Eine junge Amerikanerin liegt mit durchgeschnittener Kehle neben einer Kirche. Griessel eilt zum Tatort und ein unheilvoller Tag nimmt seinen Lauf. Wenig später, die nächste Meldung: Eine ehemals berühmte Sängerin hat womöglich ihren Ehemann erschossen. Und eine zweite junge Amerikanerin hetzt wie vom Teufel gejagt durch Kapstadt – hinter ihr her ist nicht nur einer, sondern fünf. Sie soll das gleiche Schicksal erleiden, wie ihre Reisegefährtin, die neben der Kirche liegt.

Häppchenweise setzt Meyer seine Figuren auf das Brett. Häppchenweise erfährt der Leser immer mehr Details der Fälle, die Griessel und seine Kollegen in 13 Stunden bewältigen müssen. Häppchenweise – das erzeugt Spannung, das macht einen fast verrückt, das fesselt. Deon Meyer versteht es, seine Leser ins Buch hineinzuziehen. Bereits nach den ersten Seiten ist man infiziert und will mehr wissen. Warum wurde Erin ermordet, warum wird Rachel von schwarzen und weißen Männern gejagt, warum wurde Adam erschossen. Der Autor springt immer schneller zwischen den Tatorten und zahlreichen Nebenschauplätzen hin und her, dass man das Buch recht bald nicht mehr weg legen kann.

Geschickt legt er gleich verschiedene Fährten aus, die auf eine vermeintliche Lösung der Fälle zeigen. Doch ebenso wie die Ermittler tappt der Leser lange im Dunkeln. Vermutungen tauchen auf, verschwinden wieder, zerstört durch die nächste Szene, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Und dann endlich, kurz vor Ende des Romans, legt Meyer seine Karten genüsslich Häppchen für Häppchen auf den Tisch. Ein Krimi nach meinem Geschmack.

Deon Meyer kannte ich bis dahin nicht. Ich bin mehr oder weniger zufällig auf das Buch gestoßen, kam jetzt erst dazu es zu lesen und bin schlichtweg begeistert. Der dritte Band der Benny-Griessel-Reihe „Sieben Tage“ ist bereits 2011 erschienen – mehr gibt die Wikipedia nicht her. Er steht bereits auf meiner Liste.

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