Freitag, 10. Mai 2013

Rezension: Nadja Losbohm „Die Jägerin – Die Anfänge“

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Eine eher unscheinbare, junge Frau erfährt eines Tages, dass sie auserwählt ist, als Jägerin die Menschen in ihrer Stadt vor Monstern und Vampiren zu beschützen. Stoff, der ein wenig an „Buffy“ erinnert, aber ganz anders daherkommt. In ihrem Roman „Die Jägerin – Die Anfänge“ klammert Autorin Nadja Losbohm Action-Szenen fast vollkommen aus und konzentriert sich viel mehr auf die Beziehung ihrer beiden Protagonisten.

Ada Pearce, 24 Jahre alt, arbeitet „als Vampirjägerin und Monsterschreck“. Alles begann drei Jahre zuvor, als Ada bei ihrem Nachbarn einfach nur ein Päckchen abholen wollte und sich wenig später als Auserwählte in der St. Marys Kirche wieder findet. Sie sei als Jägerin geboren und müsse nun die Menschen vor Monstern und Vampiren beschützen – so ihre Bestimmung.
Ada hält alles zunächst für einen schlechten Scherz, doch Pater Michael – ihr neuer Beschützer und Lehrer – kann sie davon überzeugen, ihre Aufgabe anzunehmen. Adas normales Leben wird ausgelöscht, ab sofort muss sie mit dem Pater zusammen in Räumen unter der Kirche leben und trainieren.

Nach einem Jahr harter Arbeit darf sie die Kirche nachts für ihre Jagdausflüge verlassen. Reibereien mit ihrem Trainer Pater Michael sind vorprogrammiert. Doch nicht nur das, Pater Michael und Ada verbindet etwas Besonderes.
Als Ada ihre Jagdausflüge nicht mehr bestreiten kann, versucht sie, die Menschen vor den Gefahren der Nacht zu warnen. In einem sehr persönlichen Interview mit Reporter Meyers erzählt sie, wie alles begann. Sie hofft, dass die Geschichte, die der Journalist daraus macht, veröffentlicht wird und die Menschen aufmerksam macht.

Die Autorin erzählt eine lebendige Geschichte über eine quirlige junge Frau, die mit einer radikalen Veränderung in ihrem Leben zurechtkommen muss. Über die Vergangenheit Adas erfährt man wenig, dafür erlebt man mit, wie sich die Jägerin während ihrer Zeit in der Kirche verändert und mit welchen Ängsten die nach außen taff wirkende Frau kämpft.

Ihr gegenüber gestellt wird Pater Michael, ein gut aussehender Mann, den eine Menge Geheimnisse umgeben. Laut Geschichte muss er sehr, sehr alt sein, da er bereits mehrere Jäger ausgebildet und begleitet hat – und alle 50 Jahre wird ein neuer Jäger geboren. Auch seine Vergangenheit – die verbotene Liebe zu einer Frau, der Ada zum Verwechseln ähnlich sieht – deutet die Autorin nur dezent an. Als roten Faden verwendet Losbohm das Interview zwischen Ada und dem Reporter, mit dem sie Stück für Stück die Geschichte entwickelt.

Die Räume unter der Kirche beschreibt Losbohm sehr beeindruckend. Man kann sich den Lebensraum Adas und des Paters gut vorstellen. Der Sprachstil der Autorin ist unterhaltsam. Ein wenig störend wirkt auf mich persönlich lediglich die Häufung von umgangssprachlichen Gefühlsausbrüchen wie „Seufz“, „Pah!“, „Grr!“ oder „Tss!“.
Nichtsdestotrotz ist „Die Jägerin“ eine lesenswerte Fantasy-Romanze, die aufgrund der wenigen Action-Szenen zwar nicht fesselt, aber dennoch sehr amüsant und anrührend ist.