Freitag, 22. März 2013

Rezension: Thorsten Dörp "aufgeschluckt!"

Dieses Buch kann einen schon ein wenig wahnsinnig machen. Thorsten Dörps Roman "aufgeschluckt!" ist irre - irre komisch.


Held der Geschichte ist Jonas Feist, ein Typ von nebenan, vom Pech verfolgt. Alles beginnt mit einem Schluckauf, der einfach nicht verschwinden will. Das Unheil nimmt seinen Lauf und scheint nicht mehr enden zu wollen. Umgeknickter Fuß, dann steht die GEZ vor der Tür. Kaum abgewimmelt, wird Jonas von einem alten Schulfreund und dessen Töle "überfallen". Nur ein paar Tage einnisten. Natürlich ist "ein paar Tage" für Schulfreund Dehmel ein dehnbarer Begriff.

Dehmel ist ein ganz spezieller Typ Mensch. Empathie scheint ihm völlig fremd, er übernimmt quasi Jonas Behausung. Zudem sucht der Irre nach der Liebe seines Lebens, die er im Radio gehört hat. Dehmel geht sogar so weit, ein Zimmer in Jonas´ Wohnung zur Miete anzubieten, in der Hoffnung, die Angebetete, die gerade eine Wohnung sucht, würde auf das Angebot anbeißen. Natürlich passiert das alles während Jonas auf dem Weg ist, sich einen Job in der Filmbranche zu angeln. Das "Vorstellungsgespräch" verläuft zunächst auch gut, bis ein kleiner, aber delikater und vor allem sehr schmerzhafter Unfall passiert, der Jonas erneut aus der Bahn wirft.

Das Unglück klebt wie Kaugummi an Jonas. Mit dem immer unliebsamer werdenden "Besuch" von Dehmel und dessen Hund Ouzo häufen sich die chaotischen Situationen. Jonas scheint zu gut für diese Welt, fehlt ihm doch der Arsch in der Hose, klar Schiff zu machen. Ob er die beiden jemals wieder los wird?

"aufgeschluckt!" ist ein sehr unterhaltsamer Roman. Geschickt zieht der Autor seine Leser von einem Erlebnis zum nächsten. Man kommt quasi nicht dazu, das Buch wegzulegen. Die sehr bildliche Sprache Dörps lässt zudem das Gefühl zurück, man hört die Geschichten vom Protagonisten selbst, bei einem Bier in der Lieblingskneipe á la "was mir neulich passiert ist". Kaum zu glauben, vielleicht wahr - zumindest könnte man sich das vorstellen.

Link zu Thorsten Dörp

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