Freitag, 15. März 2013

Rezension: Tanja Bern „Die Sídhe des Kristalls“ - Bände II und III

Bereits im ersten Band ihrer Fantasy-Reihe „Die Sídhe des Kristalls“ hat die aus Gelsenkirchen stammende Autorin Tanja Bern schriftstellerisches Talent bewiesen. Jetzt legte sie den zweiten und dritten Teil in einem Band nach und zieht ihre Leser immer tiefer in die Welt der irischen Mythen hinein.


„Zwischen den Welten“ heißt der zweite Teil der Saga, in dem die Autorin Hintergründe aufdeckt, die den ersten Teil „Das Tal im Nebel“ noch besser verstehen lassen. Sie erzählt die Geschichte von Ellen, ihrem Bruder Jack und Eryon. Ellen und Jack sind Zwillinge, deren Eltern eine Pension im Südwesten Irlands betreiben. Ihr Leben verändert sich, als eines Tages der Elf Eryon auftaucht. Zunächst ist der Sídhe verwandelt, keiner kann seine spitzen Ohren oder seine schimmernde Haut sehen. Er wird von Ellens Familie herzlich aufgenommen. Die Zwillinge verfallen sehr schnell dem Charme des Elfen und bald weiß die gesamte Familie um Eryons wahre Gestalt.

Tanja Bern erzählt in diesem Teil ihrer Fantasy-Saga eine Liebesgeschichte, die romantisch und tragisch zugleich ist. Statt einer unnahbaren Aura verlieh sie ihren Elfen Tiefe, Gefühl und Sexualität. Menschen und Elfen treffen in Tanja Berns Geschichte im Irland der heutigen Zeit aufeinander und die Verbindung zur realen Welt, die Bern durch geschickte Beschreibungen immer wieder in den Fokus rückt, lässt die Ausflüge ins Liebesleben der Sídhe als kleines Geheimnis wahrnehmen, das man immer einmal lüften wollte. Im dritten Teil „Der Weg aus der Dunkelheit“ greift Bern erneut die dunklen Elfen aus Teil 1 auf und beendet endgültig den Konflikt, der zwischen den „Verbannten“ und allen übrigen Elfen-Stämmen Irlands bestand. Mittlerweile gehört Ellens Sohn Jack, dem sie den Namen ihres Bruders gab, zum Elfenvolk und hat dort selbst eine Familie gegründet. Während er im ersten Teil mit Elfenkönig Lórian waghalsige Abenteuer erlebte, bringt die Autorin im dritten Teil deren Kinder ins Spiel.

Insgesamt machen beide Teile Spaß und der Leser fühlt sich integriert. Tanja Berns Verbundenheit mit dem Land und seinen Mythen spürt man zwischen den Zeilen, was die Geschichten recht authentisch macht. Im zweiten Teil wendet die Autorin zudem eine interessante Technik an. Sie lässt einfach ihre Protagonistin Ellen die Geschichte erzählen und packt damit einen Roman in den Roman. Im dritten Teil bringt sie mit Eileen eine neue Person ins Spiel, deren Erlebnisse die Geschichte rund machen. Bern arbeitet mit einem flüssigen Sprachstil, der elegant zu dem Punkt führt, an dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Update:
Link zu Tanja Bern

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