Sonntag, 17. März 2013

Rezension: Sonja Chlapek "Die zehn Elemente"

Stell dir vor – ein Gedanke von dir lässt alles um dich herum gefrieren, ein kräftiger Tritt auf den Boden und die Erde erzittert, mit Gedankenkraft kannst du Gegenstände bewegen, deine Hände formen Feuerkugeln, ohne dich zu verbrennen. Dabei bist du ein ganz normaler Teenager. Fantastisch und doch so real ist die Welt, die Jung-Autorin Sonja Chlapek in ihrem Debüt-Roman „Die zehn Elemente“ geschaffen hat. Sie hat eine Geschichte entwickelt, die einen in den Bann zieht.


Sie sind ganz normale Mädchen mit ganz alltäglichen Teeny-Problemen – Katharina, Katja, Annkatrin und die anderen. Doch plötzlich passieren merkwürdige Dinge: Cecile fließt Wasser aus den Fingerspitzen, Katja setzt einfach so einen Basketball in Brand, Sascha verwandelt ihr Zimmer in einen Eispalast. Zehn Freundinnen werden nach und nach mit Kräften konfrontiert, die lange in ihnen schlummerten und ihr eigentliches Wesen ausmachen. Jetzt erwachen sie, die zehn Elemente: Feuer, Wasser, Erde, Luft, Geist, Eis, Stein, Blitz, Metall und Gift.

Im Wald wollen die Mädchen ihre Kräfte ausprobieren. Dort treffen sie auf Elli, ein geheimnisvolles Mädchen, dass in einem gestrandeten alten Holzschiff lebt. Sie erzählt Katja und ihren Freundinnen von Maximilian, einem Energieör, der den Mädchen die Kräfte rauben will, um seinen Rachedurst zu stillen. Elli spannt die Mädchen sehr auf die Folter, ebenso den Leser. Nur Stück für Stück lässt sie die Geschichte heraus und erzählt den Mädchen, wer sie wirklich sind und warum Maximilian es auf sie abgesehen hat – ein genial eingebauter Spannungsbogen, der sich bis zum Ende des Bandes hält.
Kaum dass die Mädchen ein wenig mit ihren Kräften umgehen können, da geraten sie auch schon in Schwierigkeiten. Sie müssen sich gegen Maximilian und seine (un)toten Soldaten zur Wehr setzen. Dabei werden die Protagonistinnen auf eine harte Probe gestellt. Sie haben noch nie gekämpft, noch nie eine Waffe beherrscht, geschweige denn jemanden ernsthaft verletzt. Damit nicht genug, müssen sich die Teenager auch mit Freundschaft und Liebe in diesen schwierigen Situationen auseinandersetzen.

Die junge Autorin hat eine fantastische Geschichte entwickelt, die von Anfang bis Ende gut durchdacht ist. Sie beginnt mit einer Episode, die wie ein Prolog klingt, aber keiner ist. Rebekka erlebt einen schrecklichen Autounfall, bei dem ihre Eltern ums Leben kommen. Sonja Chlapek schildert diese Szene sehr real, ohne sich dabei in Details zu verlieren. Man ist dabei und will wissen, was mit dem Mädchen passiert. Doch geschickt springt die Autorin im zweiten Kapitel in eine andere Szene und facht die Neugier an. Schritt für Schritt setzt sie ihre Figuren aufs Spielbrett und zieht ihre Leser in die Geschichte hinein.

Der jungen Autorin ist es gelungen, eine runde Fantasy-Geschichte aufzubauen. Es gibt die Guten, die ihre Fehler haben, es gibt die Bösen, die Schwächen und Gefühle zeigen können. Sie haucht ihren Figuren Leben ein. Zudem greift Sonja Chlapek das Thema der Elemente neu auf und entwickelt es weiter. Die Erlebnisse der Mädchen – die ihre Kräfte entdecken und ausprobieren, die plötzlich einem Feind gegenüberstehen, versagen und letztendlich doch einen kleinen Sieg davon tragen – diese Geschichte ist spannend erzählt und macht Spaß. Die Autorin verliert nie den Bezug zur Realität und zeigt dem Leser, dass Teenager nun einmal Teenager sind, auch wenn sie über einzigartige Kräfte verfügen.

Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weiter geht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Um Spam zu vermeiden, werden sämtliche Posts nicht sofort sichtbar, sondern erst von mir freigegeben.