Samstag, 16. März 2013

Rezension: Michael Starcke "ich schreibe wörter mensch"

"ich schreibe wörter mensch" – neuestes Werk des Bochumer Lyrikers Michael Starcke – berührt nicht nur die Seele, seine Worte kommunizieren mit dem Innersten.


Beim Lesen hatte ich sofort das Gefühl, dies ist ein sehr persönliches Buch, in dem man sich als Leser wiederfindet. Starckes Worte öffnen kleine Fenster und geben den Blick frei auf das eigene Leben. Ohne es zu merken, ist man mitten drin in einer wohltuenden Selbstreflexion. Starcke spricht aus dem Herzen.

"ich schreibe wörter mensch" ist optisch ein sehr klares Buch. Auf dem Titel blickt der Autor selbst seinen Lesern tief in die Augen. Seitenzahlen wurden ebenso bewusst weggelassen, wie jedes Wort klein geschrieben wurde. Fotografien von Jörg Parsick-Mathieu unterstreichen die Botschaften – ein Gesamtkunstwerk.

Unglaubliche Kraft haben Starckes Worte, wie zum Beispiel in "rede mit mir": "rede mit mir; / schweigender, / wer weiß, / wieviel zeit noch bleibt." ... "es kommt, wie es kommt, / was nicht zu ändern ist".

"angekommen" – ein Thema, das jeden auf seine ganz persönliche Art beschäftigt, vom Autor mit klaren Worten auf den Punkt gebracht: "niemand, der dir auflauert / in meinem land" ... "angekommen, / wirst du denken / auf seinen wegen."... "wenn alles wird, / wie wir denken, / findet vielleicht / auch gott zu uns zurück".

Es geht um Leben und um Tod, Vergangenheit und Gegenwart, Liebe und Schmerz – es geht um das Menschsein in dieser Welt. Und Starckes Worte treffen einen Ton, der liebevoll und klar durch alle Ebenen schwingt, der einen auf besondere Art berührt und für Momente aus der Gegenwart reißt, um mit sich selbst in Dialog zu treten. Ein wahres Meisterwerk!

Update:
Link zu Michael Starcke

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