Freitag, 15. März 2013

Rezension: Marlene Geselle "Ratten in Heinsberg / Mordbrand"

Hexen, Räuberbanden und merkwürdige Mordfälle beschäftigen Benedikt von Luchtenberg, der als Sendgraf auf Befehl des Erzbischofs den Posten eines Kriminalkommissars inne hat und für Recht und Ordnung sorgen muss. In ihrem historischen Krimidoppel „Ratten von Heinsberg“ und „Mordbrand“ entwickelte Autorin Marlene Geselle eine Figur, die manchmal ein wenig an den etwas tollpatschig wirkenden Columbo erinnert.


Luchtenberg ist ein unscheinbarer und doch fast liebensweiter Mann. Er schnüffelt gern herum und bearbeitet seine Fälle mit Akribie und Finesse. Und das in einer Zeit, in der der Glaube an Hexen und Zauberei Angst und Schrecken unter dem einfachen Volk verbreitet. Diese Furcht macht es dem Sendgrafen dann manchmal recht einfach, an wichtige Informationen zu gelangen, manchmal bringt es ihn aber auch zur Verzweiflung.

In „Ratten in Heinsberg“ gilt es, eine mysteriöse Mordserie aufzudecken. Alles beginnt mit dem Ableben des Fräulein Charlotte, die ein schönes Gut in der Grafschaft an ihr Patenkind vererbt. Doch auf seltsame Weise scheidet auch dieses aus der Welt und mit ihm noch einige andere Mitglieder der reichen Familie. Der Verdacht fällt zunächst auf den letzten Hinterbliebenen, der den ganzen Reichtum nun tatsächlich erben soll. Doch so einfach ist die Mordserie nicht aufzuklären. Mehrere Verdächtige führt man dem Sendgrafen vor und beinah hätte man die Todesfälle doch den Ratten zugeschrieben, die seit einiger Zeit in der Grafschaft ihr Unwesen trieben und Krankheiten verbreiteten. Wären da nicht noch ein paar Umstände gewesen, die Luchtenberg kombinieren ließen, wer der wahre Täter ist.

„Mordbrand“ beschreibt einen weiteren Fall des Benedikt von Luchtenberg. Zunächst glaubt man, es ginge lediglich darum, eine Räuberbande dingfest zu machen, die seit Wochen die Grafschaft in Atem hielt. Doch damit allein musste sich Luchtenberg nicht herumschlagen. Pater Claudius überbringt im die schreckliche Nachricht. Das Gutshaus von Graf Jonas brannte nieder und in den Trümmern des Hauses fand man dessen Kebse Helga – schwanger und mausetot. Helga war schon vor dem Brand des Gutshauses getötet worden und Luchtenberg machte sich daran, den Täter zu finden. Nicht einfach, vor allem, wenn man auch in höheren Kreisen unbequeme Fragen stellen muss. Und dann galt es ja trotzdem noch, die Räuberbande einzufangen.

Marlene Geselle hat in ihrem historischen Krimi-Doppelpack einen kleinen Einblick in die Welt eines Sendgrafen gewährt, der trotz aller Widrigkeiten doch in seinem Beruf als Kommissar aufgeht. Sie zeichnet einen zurückgezogenen, in sich gekehrten Mann, dem es unglaublich schwer fällt, seine Gefühle für seine Schreiberin Margot einzuordnen, geschweige denn zu äußern. Die Taten sind genau in die damalige Zeit eingepasst. Die Autorin legt ihrem Sendgrafen immer wieder kleine Fallstricke in den Weg, damit sich die Fälle nicht zu schnell und offensichtlich lösen lassen und lockt somit auch ihre Leser geschickt auf falsche Fährten. „Ratten in Heinsberg / Mordbrand“ ist ein Buch voller Kurzweil, dass sich flüssig und spannend liest.

Update:
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