Samstag, 16. März 2013

Rezension: Kathy Nik "Der Geist in Theaterlaune"

Eine „Anleitung zum Glücklichsein“ - ja, so könnte man das Buch von Kathy Nik durchaus beschreiben. Mit ihrem Werk „Der Geist in Theaterlaune“ lässt die Mülheimer Autorin die Leser tief in ihre Seele blicken und zeigt, wie einfach es sein kann, auch in Zeiten der Not glücklich zu sein – wenn man es wirklich will.

Ihr Lebens-Buch ist sehr bewegend. Viele Momentaufnahmen, die sie beschreibt, hätten manch anderen gebrochen. Doch die Autorin ist eine starke Frau und ich freue mich, sie persönlich kennen gelernt zu haben. Sie nimmt das Leben, wie es kommt, mit einer Leichtigkeit, die schwindelig macht. „Alles wird gut. Gestern habe ich überstanden, heute stehe ich auch durch.“ Diese Worte ziehen sich durch das gesamte Werk, ohne ermüdend oder aufdringlich zu wirken. Sie sind eher wie eine stete Erinnerung daran, nach vorn zu schauen.

Das Buch steckt voller Philosophie, Glauben und Erfahrung, ist aber keineswegs ein moralischer Fingerzeig, sondern erlebtes Leben einer Frau, die Bilanz ihres Lebens zieht. „Die Herstellung des Harmonischen ist ihre Lebensaufgabe.“ Eine nicht immer leichte Aufgabe, die viel Kraft, Mut und Hoffnung fordert.

„Nichts kann dir Ruhe geben außer dir selbst.“ „Das Glück darf man nicht provozieren, aber man darf es umarmen und versuchen, es zu halten.“ 
 
Dem eigenen Weg vertrauen, trotz Rückschläge und Verletzungen. Verletzungen von anderen Menschen, die sie verkannten oder nieder zwingen wollten, gerade weil sie sie erkannten.
„Und die Menschen, die mich verletzten, wurden selbst verletzt. Denn ich war mir sicher, dass alles, aber auch alles, was aus uns herauskäme, eines Tages zu uns zurückkehren würde.“
 
Die Musik spielte im Leben der Künstlerin immer eine große Rolle, so auch in diesem Buch. „Ich hatte Angst vor der Musik, die Krieg bedeutete. Vor der Musik, die ich eigene Musik nennen würde.“ Trotz dieses Bekenntnisses behält die Musik einen bedeutenden Platz in ihrem Leben. Dvorak begleitete sie auf ihrem Weg nach Hause. Die Musik hilft ihr dabei, mit ihrer Krankheit umzugehen. Sie ist da in ihren einsamsten, wie auch ihren vollsten Stunden.

Bei aller Persönlichkeit beschäftigt sie auch unsere Gesellschaft, deren Teil man zwangsläufig ist und derer man sich kaum entziehen kann.

„Wir befinden uns in einer formlosen Materie – im Chaos. Und jeder sollte sich fragen: 'Können wir in der Lage sein, aus dem Chaos eine harmonische Ordnung zu schaffen?'“
 
Kathy Nik, 1956 in Kroatien geboren, lebt seit vielen Jahren in Deutschland.

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