Montag, 18. März 2013

Rezension: Ina Tomec "Ayleva - Die Reise im Licht des Nebels"

Ein historisch interessantes und zugleich spannendes Werk hat Autorin Ina Tomec jetzt veröffentlicht. Mit ihrem Debütroman „Ayleva – Die Reise im Licht des Nebels“ entführt die Autorin ins Ruhrgebiet des 13. Jahrhunderts und beeindruckt mit einer spannenden Geschichte und gut recherchierten historischen Hintergründen.


Hattingen im Jahr 2000: Ayleva findet auf dem Dachboden ihrer Eltern alte Schriften aus dem 13. Jahrhundert, die über den jahrelangen Erbstreit der westfälischen Grafengeschlechter der Altena-Isenberg-Linie berichten. Es ist von einem Adelskrieg mit dem Kölner Erzbistum die Rede. Ayleva ist fasziniert von ihrem Fund. Doch sie kommt nicht dazu, mehr über diese Zeit zu lesen, denn wenig später reist sie ungewollt selbst in diese Zeit und wird unmittelbare Zeugin der Geschehnisse.

Die Zeitreise ins Mittelalter stellt die junge Protagonistin vor ungeahnte Herausforderungen. Als selbstbewusste Frau wird sie mit der Frauenrolle der vergangenen Zeit konfrontiert. Sie muss sich unterordnen und darauf achten, mit ihrem „modernen“ Verhalten nicht aufzufallen, um die Menschen des Mittelalters nicht zu verwirren. Dennoch schafft sie es nicht, unauffällig zu bleiben. Als sie geschändet wird, verflucht sie im Affekt ihren Peiniger, der sie daraufhin als Hexe anklagt.

Ayleva ist nicht allein in der dunklen Zeit, in die sie von einem geheimnisvollen Nebel getragen wurde. Sie trifft auf den Heilkundigen Ludger, der ihr ein getreuer Gefährte, sogar ein sie liebender Begleiter wird. Auch die Bewohner des Dorfes nahe der Isenburg, in dem Ayleva nach ihrer Zeitreise so plötzlich auftauchte, nehmen sie wohlwollend auf. So kann sie sich unterstützt von ihren neuen Freunden immer wieder aus schwierigen Situationen befreien.

Die Autorin entwickelt behutsam eine Geschichte, die sich auf die Geschehnisse um 1224 im Raum Hattingen (Ruhrgebiet) konzentriert. Durch die Zeitreise ihrer Protagonistin lässt sie ihre Leser die Geschichte miterleben, die sich vor Jahrhunderten ereignete. Die Art und Weise, wie Ayleva durch die Zeit reist, ist genial ausgedacht. Geschickt führt Ina Tomec ihre Heldin durch das Abenteuer und lässt sie in immer gefährlichere Situationen geraten. Immer wieder fragt man sich, wird sie in ihre Zeit zurück kehren und wird sie den unfreiwilligen Ausflug in die Vergangenheit überleben, denn immerhin ist sie eine gesuchte Ketzerin.

Es ist ein sehr lebendiges Bild einer vergangenen Zeit, in der echte Figuren wie der Erzbischof Engelbert I von Köln oder Graf Friedrich von Isenberg und dessen Frau Sophia von Limburg wieder aufleben. Durch die Geschichte voller Liebe und Leid, Abenteuer und Gefahren sowie die vielen liebevollen Details in der Erzählung geht der Leser selbst auf eine spannende Zeitreise, die ihn bis zum Schluss fesselt.

Link zur Ina Tomec

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