Samstag, 16. März 2013

Rezension: Hrsg. Hugo Ernst Käufer und Rainer Küster "In Worten zuhause - der Lyriker Michael Starcke"

Der Bochumer Lyriker Michael Starcke ist 60 Jahre alt geworden. Mit einem umfangreichen Gratulationsbuch zum Geburtstag am 19. Dezember 2009 würdigten zahlreiche Autorinnen und Autoren sein literarisches Schaffen.

Starcke ist „seit vielen Jahren eine wichtige Stimme im Konzert der gegenwärtigen Ruhrgebietsliteratur“, schreiben die Herausgeber Hugo Ernst Käufer und Rainer Küster im Vorwort. Das Buch im A4-Format ist in drei Teile gegliedert, die jeweils aus anderen Richtungen auf Starckes lyrisches Schaffen leuchten, allesamt von „Freundinnen und Freunden des Lyrikers, von Kolleginnen und Kollegen, von Menschen, die sich seinem Werk verbunden fühlen“.

„Zueignungen“ - sind literarische und künstlerische Grüße in Form von Gedichten und Bildern. Anspruchsvolles begegnet hier dem Leser, wie etwa „Diptychon in Prosa“ von Heide Rieck oder „Eine Brücke aus Briefen“ von Brigitte Heine.

„Interpretationen“ - sind beeindruckende Beiträge, die sich mit Starckes Werk beschäftigen. Felicitas Belke beschäftigt sich zum Beispiel mit Starckes „Leben mit Gedichten“ und stellt das Besondere des Lyrikers heraus. Sein „Alleinstellungsmerkmal, wie man dergleichen heute nennt, ist das Benennen des Alleralltäglichsten, entkoppelt von sozialer Zustandsbeschreibung und zugleich aufgehoben in einer Sprach- und Bilderwelt, die die Härte ihrer Quelle bewahrt“, so die Dokumentarin. Sie unterstreicht, was den Lyriker einzigartig macht, der Innen und Außen mit Poesie vermischt, während er sich mit all den Themen auseinander setzt, die viele Lyriker beschäftigen: Natur, Kindheit, Liebe, Tod.

Herausgeber Käufer reflektiert in „Betroffen den eigenen Kreis abschreiten“ Starckes Veröffentlichungen, spricht von Starckes Vorbildern und seinem Stil: „das Leise ist laut genug.“ Damit setzt sich auch Hartmut Lux auseinander. Er erinnert sich an eine Lesung von Starcke im März 2000 im Prinz Regent Theater Bochum und fragt nun: „War er laut genug?“ und „Was liegt in den fünf Worten?“

Ein sehr interessanter Beitrag ist Gerd Kivelitz` Interpretation des Gedichtes „kleines haus“. „Drei Teile, einfache Syntax, Parataxen, stellenweise Ellipsen“. Für alle, die sich mit Lyrik beschäftigen, eine wunderbare Studie.

„Begegnungen“ - eine Sammlung von Erinnerungen, Begegnungen mit dem Autor. Michael Starckes Zwillingsbruder Peter spricht über die Vergangenheit. 1949 in Erfurt geboren, 1959 die Flucht in den Westen. „Für uns Zwillinge war das eine Erfahrung, die uns sehr lange durch unser weiteres Leben begleiten sollte.“

Mit „Der Dichter im Religionsunterricht“ betitelte Ansgar Loheide seine Erinnerungen an Starcke, der den Lyriker „googelte“ und in seinen Unterricht einlud. Was blieb? Beeindruckende Zeilen junger Menschen, die am Ende des Berichtes ihren Platz gefunden haben.

Abschließend 15 Seiten Bibliografie, die nochmals das umfangreiche Werk des Bochumers verdeutlichen. Insgesamt ist das Gratulationsbuch ein absolut lesenswertes Buch, das tiefe Einblicke in das Leben und Werk eines außergewöhnlichen Wortkünstlers gewährt. Man findet ihn zwischen all den Worten wieder – eine wunderbare Anerkennung und Würdigung seines Schaffens.

Update:
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