Freitag, 22. März 2013

Rezension: Florian Freistetter "2012 - Keine Panik"

"Schatz, bestell' die Zeitung ab, der Weltuntergang kommt!" - Natürlich geht die Welt nicht unter - wer das nicht glauben kann oder will, der sollte mal Florian Freistetters Roman "2012 - Keine Panik" lesen. Der Jenaer Astronom hat nämlich verschiedene Hiobsbotschaften rund um den 21.12.2012 gesammelt, genauer betrachtet und widerlegt: wissenschaftlich, logisch, mit gesundem Menschenverstand.


Freistetter beginnt sein Buch mit oben genanntem Zitat - und schon ist man drin im Thema Weltuntergang. Bevor er die unterschiedlichen Theorien, die zum Untergang der Erde im Dezember führen sollen, demontiert, zeichnet er in einer herrlich ironischen Sprache auf, was wir Menschen eigentlich alles machen könnten, jetzt, da wir doch wissen, dass es mit uns zu Ende geht. Party! Mal richtig die Sau raus lassen. Doch halt - die Welt wird sich auch nach dem 21. Dezember weiter drehen. Also Vorsicht beim Ausflippen. "Partybremse" Freistetter kann belegen, dass nichts, aber auch gar nichts Weltbewegendes passieren wird.

Der Maya-Kalender: Dies ist wohl die beliebteste und am weitesten verbreitete Theorie, die belegen soll, dass die Welt Ende 2012 untergeht. Der Grund sei, dass der Maya-Kalender endet und dieses hochentwickelte Volk sich ja dabei etwas gedacht haben muss. Logische Schlussfolgerung: das Ende aller Zeiten. Freistetter erläutert in seinem ersten Kapitel, was es mit Kalendern auf sich hat und stellt klar, dass ein Kalender nicht enden kann. Sehr genau verdeutlicht er, dass im Dezember 2012 der Maya-Kalender in ein neues Jahrtausend übergeht, ähnlich wie der Wechsel von 9999 zu 10000. Das Jahr hat plötzlich eine Stelle mehr. Weltuntergang! Angeblich soll der Mayakalender aber genau vor seinem "Jahrtausendwechsel" enden, dies ist jedoch nicht der Fall, da Kalender immer weiter laufen.

Dunkle Spalten im Weltraum, die Erdachse zeigt am 21.12.2012 genau auf die Milchstraße, die uns mit mysteriösen Strahlen beschießt und alle Planeten reihen sich in einer Linie auf, was zu gewaltigen Erdbeben, Überschwemmungen und weiteren Katastrophen führen soll: Atemberaubende Theorien, leider falsch. Astronom Freistetter erklärt in einer wunderbar spannenden und verständlichen Sprache unser Sonnensystem. Wie bewegen sich Planeten, wie hat man die einzelnen Planeten entdeckt, was könnte Planeten tatsächlich aus ihrer Bahn werfen. Der Autor entzaubert eine Verschwörungstheorie nach der anderen, wie auch die vom Planet X, der im Dezember mit der Erde kollidieren soll. Ein geheimnisvoller Planet, dessen Existenz uns angeblich die NASA verheimliche. Ein Hirngespinst, denn - gäbe es Planet X wirklich und befände er sich auf Kollisionskurs zur Erde, dann hätten ihn selbst Hobby-Astronomen längst entdeckt.

Sehr interessant auch die Kapitel über Sonnenstürme oder Polsprünge. Hier liegt in den Theorien der Fanatiker einiges Wahres, leider extrem überdimensioniert und überdramatisiert und somit dann nicht mehr der Realität entsprechend. Anschaulich und leicht verständlich beschreibt Freistetter, wie es zu Sonnenstürmen kommen kann und wie stark solch ein Sonnensturm sein müsste, um der Erde in dem Ausmaß zu schaden, wie es die Untergangspropheten beschwören.

Letztendlich geht es bei all den Weltuntergangs-Theorien nur ums Geld, das macht der Autor in seinem letzten Kapitel noch einmal sehr deutlich. Viele Menschen verdienen hier an der Angst derer, die nicht wissen, wie das Sonnensystem funktioniert und sich von solchen fadenscheinigen Hiobsbotschaften beeindrucken lassen. Bücher, Seminare, Schutzbunker, Schutzamulette - damit lässt sich sehr gut Geld machen - auf Kosten derer, die es nicht besser wissen.

Im Epilog macht der Wissenschaftler deshalb deutlich: "Wissen besiegt Angst". Wer all diese Weltuntergangstheorien gründlich hinterfragt und sich ein wenig mit der wissenschaftlichen Seite beschäftigt, kann die Untergangspropheten schnell entlarven.

Florian Freistetters Buch ist eine gute Möglichkeit dafür, sich dieses Wissen anzueignen, denn trotz all er Fülle an Fachwissen ist es gut verständlich und interessant geschrieben. Den einzelnen Untergangstheorien gibt der Autor in seinen Kapiteln genügend Raum, um diese zu erläutern und zu widerlegen. Ein Buch, das man nicht so schnell weg legt, da es aufklärt und nicht belehrt.

Link zu Florian Freistetter

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