Freitag, 1. Februar 2013

Rezension: Bauer / Lewinski "Powerfrauen betrügt man nicht"

Einen exzellenten Start hat das Autorenduo Bauer/Lewinski mit dem Debütroman „Powerfrauen betrügt man nicht“ hingelegt. Es ist ein packender Wirtschaftskrimi, der einem den Schlaf und die Nerven raubt. Kapitel für Kapitel geht es hinein in einen Sumpf voller Liebe, Leidenschaft, Betrug und Mord. Spannung pur – und das bis zum Schluss. Man kann nie wirklich erraten, welche Wendung die Geschichte gerade nehmen wird und ist dem Kalkül der beiden Autorinnen hilflos ausgeliefert. Meisterlich!


Die fesselnde Geschichte, die in Köln und beinah der ganzen Welt spielt, ist von Anfang an gut durchdacht und schlüssig; ja, sie wirkt manches Mal so authentisch, als wäre sie wirklich passiert. Charlotte, eine attraktive Studentin aus gutem Hause, lebt zusammen mit ihrer besten Freundin Kelly in einer WG in Köln. Die Wohnung teilen sie sich noch mit Barbara, einer jungen Frau, die so gar nicht ins Bild passen will. Alle drei genießen das Studentenleben in vollen Zügen. Kelly angelt sich ihren Traummann Damian, mit dem es anscheinend etwas Ernstes wird. Hochzeit, Kinder, trautes Heim – könnte man meinen. Barbara sucht alles andere als eine feste Beziehung. Sie hat einen gehörigen Männerverschleiß und nachdem sie mit jedem Spieler einer Kölner Fußballmannschaft durch ihr Bett getobt ist, sucht sie sich neue Opfer. Charlotte dagegen vergräbt sich derweil im Studium, doch erliegt sie alsbald dem Charme von Frederik, einem unmöglichen Kerl, der ihr Herz dann doch im Sturm erobert. Was für eine schöne Romanze. Wenn es so wäre, dann hätte der Roman schon nach den ersten Kapiteln ein jähes Ende gefunden. Zum Glück nicht! Denn die Männer führen Übles im Schilde und spielen mit den total ahnungslosen Mädels ein falsches Spiel. Ohne Verdacht zu schöpfen, werden die jungen Frauen in einen gefährlichen Komplott hineingezogen. Es geht um Macht und Geld. Viel Geld. Und im Rausch der skrupellosen Intrigen und hinterlistigen Machenschaften schreckt man bald auch vor Mord nicht mehr zurück.

Ganz langsam und genüsslich öffnen die Autorinnen ihren Lesern die Augen und zeigen die wahre Welt, in der Damian und Frederik leben. Eine Welt, die für Otto-Normal unvorstellbar erscheint. Immer wieder erlebt man neue Überraschungen, tauchen neue Figuren auf, die das Netz der Intrigen noch undurchdringlicher und undurchschaubarer machen. Die beiden Heldinnen tappen sehr lange im Dunkeln, was einen richtig nervös macht, weil man mit wachen Augen zusieht, wie Charlotte und Kelly von einer Falle in die nächste stolpern. Dazu kommt, dass man sich oft nicht sicher ist, wer nun wirklich zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, weil einige Figuren sich während der Geschichte so heftig entwickeln oder ihnen irgendwann die Maske herunter gerissen und gezeigt wird, wen man tatsächlich vor sich hat.

„Powerfrauen betrügt man nicht“ ist ein Krimi, der einen verrückt macht, ein Buch, in dem man kleben bleibt, bis die letzte Tat vollbracht ist. Und dazu kommt ganz viel Mut und Glück, das die beiden Protagonistinnen begleitet, denn die Aufgaben, die Charlotte und Kelly zu bewältigen haben, scheinen oft unlösbar. Und genau das bringt die Geschichte immer wieder so richtig in Fahrt, meist dann, wenn man sich sowieso schon am Buchrücken festgekrallt hat, weil man es vor Spannung nicht mehr aushält. Es wird einem ganz unbedarft vor Augen geführt, dass man immer viele Möglichkeiten im Leben hat, flüchten, den Kopf in den Sand stecken oder einfach mal was riskieren, allen Mut zusammen nehmen und einfach darauf vertrauen, dass es klappt. Und so entwickelten die beiden Heldinnen im Laufe der Geschichte ein unglaublich detektivisches Gespür, um an die Lösung des größten Falles ihres Lebens heranzugehen.

Dem Duo Bauer/Lewinski ist ein spannender Erstling gelungen und bemerkenswert finde ich zudem, dass sich der Roman so flüssig ließt, als hätte ihn eine Person geschrieben. Da haben sich zwei Schreibstile gefunden, die hervorragend miteinander harmonieren und dem Leser ein Gefühl von Einheit geben.

Update:
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