Montag, 25. Juni 2012

Vollbeschäftigung - oder was?

Okay, es hat vielleicht nicht wirklich etwas mit Literatur zu tun. Oder vielleicht doch.

Es wird im Moment über viele Themen diskutiert, oft leider nicht tiefgründig oder zielorientiert genug. Viele Ideen werden sofort als nicht machbar, undenkbar abgehakt - ohne mal ein wenig länger darüber nachzudenken, ob die Idee nicht doch Früchte tragen könnte, weil sie eventuell nicht so weit hergeholt ist, wie viele glauben (machen wollen).

Zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen. Jeder bekommt ein Einkommen, das die Grundversorgung absichern soll. Ohne Bedingungen. Ohne Auflagen. Eine Idee, die aktuell die Piratenpartei diskutiert (u. a. in ihrem Parteiprogramm). Eine Idee, die viele aufgreifen und weiter denken, andere direkt verteufeln. Eine Idee - die ich sehr interessant finde.

Man überlege mal. Wir Menschen haben Technologien geschaffen, die uns das Leben und Arbeiten erleichtern sollen. Die Früchte dieser Entwicklung könnten doch sein, dass man sich nicht mehr abrackern muss, weil Maschinen uns die Arbeit abnehmen. Eine schöne Vorstellung. Doch wie bringt man die mit unserer fixen Ideologie zusammen, die einen Menschen erst dann als wertvoll erachtet, wenn er Arbeit hat. Egal, zu welchem Preis. Lieber schlecht bezahlte Arbeit, als gar keine Arbeit. Warum? Warum nicht lieber keine Arbeit und ein bedingungsloses Grundeinkommen, als irgendeine schlecht bezahlte Arbeit, in der man sich nicht entfalten kann.

Die Existenz wäre gesichert, man böte den Märkten Kaufkraft, die Wirtschaft freut sich.

Und dann kommt der Bogen zur Literatur. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte manchen Autoren mehr Freiraum schaffen, um sich intensiver dem Schreiben zu widmen. Kein Vollzeit-Knochenjob, keine Existenzängste mehr, die einem die Muse kaputt machen.

Eine Idee, über die es sich nachzudenken lohnt. Wie sie finanziert wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber auch darüber lässt sich grübeln und diskutieren.

Zum Thema habe ich einen wirklich guten Blog-Beitrag auf DENKHAERTER gelesen. Einfach mal lesen und eine eigene Meinung bilden.